Maeckes und Celina - Kunst über Vernunft: Die Kunst siegt!

Das Konzept von „Kunst über Vernunft“ ist mit nichts vorher Dagewesenem in der weltweiten Musikhistorie zu vergleichen. Ein Mann und eine Frau, beides Musiker, sind ein Paar und machen nie Musik miteinander. Sie trennen sich und beginnen Musik miteinander zu machen. Sie thematisieren die gescheiterte Beziehung. Dock keine Angst. Wer hier bilige Gefühlsduseleien erwartet ist auf dem Holzweg. Das Album ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Leichtigkeit emotionale Schwere performt ohne belanglos zu werden, denn alle aus der Trennung von Maeckes und Celina resultierenden Emotionen und Gedanken scheinen völlig natürlich und unverkrampft aus der Feder der beiden Protagonisten geflossen zu sein.

Das zehn Songs starke Album ist eine Sammlung von Fragmenten einer schmerzhaften Aufarbeitung auf staubig rohe Traurigkeit im 4/4-Takt. Sieben der Beats gehen dabei allein auf Maeckes' Kappe, der außerdem, und wie immer eigentlich, ohne rhythmische Zwänge die raptechnische Lockerheit in Person mimt und seine lyrische Stärke ein weiteres Gänsehaut erzeugendes Mal unter Beweis stellt. Und wunderbar passend dazu lässt auch Celina ihre gefühlvollen Parts einfach fließen, egal ob auf englisch oder auf deutsch.

Beide schaffen es, die ungeschminkte Wahrheit über ihre Gefühle durch die sprachliche Blume ohne Fremdschamanfälle auszudrücken. Dafür an dieser Stelle danke, ich hatte im Vorfeld wirklich Angst, dass der Hörer bei einer solchen Thematik da nicht drum herum kommen wird. Doch „Kunst über Vernunft“ hat die im Deutschrap wirklich seltene Fähigkeit, einen bei wirklich jedem einzelnen Durchlauf immer wieder in die gleiche mitfühlende Stimmung zu verstzen. Und genau diese Nachhaltigkeit macht das Album neben seinem Konzept zu einem wirklich großen, künstlerischen Album.


6.7.08 13:02

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