Erykah Badu - New Amerykah: Hochpoetisch!


Erykah Badu ist nicht nur eine Soul-Sängerin, sie ist ein Mythos. Kaum eine eine Persönlichkeit der Black Music-Szene verkörpert mit ihrem ganzen Sein, die Roots, die Seele des HipHop so wie sie (außer vielleicht KRS-One). Ihr musikalischer Don Quichote-Kampf gegen auf Dancefloor getrimmte Synthie-Windmühlen in der eigentlich so gefühlvollen RnB-Szene steht exemplarisch für die Bemühungen solch großer und respektierter Knowledge-Rapper wie zum Beispiel ihrem Ex Common, der ebenfalls für mehr Inhalt und weniger Schein im HipHop kämpft. Und dementsprechend ist auch Erykah Badus drittes Soloalbum „New Amerykah“ ausgefallen. Es ist experimentell, mitreißend, aufwühlend, versöhnlich, zerbrechlich, wütend und schön. Und noch viel mehr.

Erykah Badu ist auf diesem Album ebenso verspielt und friedlich wie scharfzüngig und kritisch. Sie benutzt dem Humor und die Leichtigkeit des Seins um tief in das Bewusstsein der Hörer zu dringen und ihnen Geschichten von den Menschen und ihren Gefühlen zu erzählen. Unterstützt werden ihre weisen Worte von vielen (ebenfalls!) verspielten Dissharmonien, die ein Grundgefühl der Anspannung immer genau dann erzeugen, wenn der Zuhörer in Aufnahmebereitschaft für die lyrische Kost Erykah Badus versetzt werden soll. Und trotzdem klingt das Album zurückgelehnt und gelassen. Es klingt selbstsicher, aber nicht selbstherrlich. Es ist groovig und relaxt und gleichzeitig aufwühlend, und das ist nicht einfach so nebenbei zu konsumieren, das ist auch ein Stück weit Arbeit. Aber genauso sollte es auch sein. Insgesamt ist „New Amerykah“ einfach hochpoetisch, textlich wie musikalisch. Es ist ein Album für Seele und Geist, und nicht für die Tanzfläche. Dieses Album wird die Zeit überdauern.


Erykah Badu - Honey

26.6.08 23:33

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