Patrick mit Absicht - Jack is back

Dies ist also mein erster Eintrag. Ich habe viel überlegt, welches Rap-Album ich dem geneigten Leser vorstellen könnte, welcher Künstler der Erste ist, in einer langen Reihe empfehlenswerter Musiker, über die ich in diesem Blog sprechen möchte. Und ich habe mich dazu entschieden, ganz einfach chronologisch vor ungefähr einem halben Jahr anzufangen, mit Patrick mit Absicht, einem liebenswerten Freak...


Patrick mit Absicht kann spitten. Das weiß der durchschnittlich informierte Raphead seit mindestens zwei Jahren. Denn zwei Jahre ist das letzte Release des Hamburgers bereits alt. „Secret Weapon Vol. I“, das in Kooperation mit unserem mittlerweile Lieblings-G-Uniter PhreQuincy entstand, hatte Kritikern wie Fans damals einstimmig Lobeshymnen entlockt. Seitdem hat sich jedoch einiges getan in der deutschen Raplandschaft und in diesem heißen Release-Herbst versucht der Hamburger Rapper mit seinem Album „Jack is back“ nun noch einmal sein Glück.

Der Film „Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt“ vermittelt uns ironisch: „Wechsel nie die Pferde auf halber Strecke.“ Diesem Motto scheint PMA treu geblieben zu sein und unterhält seine Hörer wie gewohnt mit vielen Doubletimern, sattesten Reimketten, einer gehörigen Portion Humor und Selbstironie, und dabei mit gekonntem Storytelling und interessanten Songkonzepten. Vor allem solche Songs wie „Darth Vader ist mein Vater“ oder das sehr persönliche „Kein Schlüssel“ kommen erfreulich erfrischend daher. PMA sieht sich selbst als Komiker und als Freak, doch lässt er auf Albumlänge nie die notwendige Tiefe vermissen, was dem dem Album eine absolut aktuelle und relevante Note in der deutschen Raplandschaft im Jahre 2007 gibt.

Auf einige der Features hätte Patrick mit Absicht aber ruhig verzichten können. D-Flame überzeugt nicht im Ansatz und der Track mit Olli Banjo klingt wie ein Minimalkompromiss zwischen zwei Rappern, die kein Thema außer Rap finden. Dafür ist die Hamburg- und Labelcollabo mit no.one, Kris und Bartholomäus standesgemäß gut und Franky Kubrick kann mit einem alles und gleichzeitig nichts sagenden Part auch wieder ein wenig Aufmerksamkeit erregen.

Fazit: In diesem heißen Herbst absolut konkurrenzfähig.


Patrick mit Absicht - Darth Vader ist mein Vater
Patrick mit Absicht & Phrequincy - Die Zwei

20.6.08 15:05

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